EICHENPROZESSIONSSPINNER-BEKAEMPFEN.eu

EICHENPROZESSIONSSPINNER-Lebensweise

Der Fortpflanzungs- und Entwicklungszyklus des EPS läuft vom Ei über 6 Raupenstadien, dann über den Kokon (Puppe) bis hin zum erwachsenen geschlechtsreifen Falter ab.

Eichenprozessionsspinner im Falterstadium

Eichenprozessionsspinner

Grafik - Lebenszyklus Eichenprozessionsspinner

Drüsensekret auf Eigelege

Der EPS bevorzugt freistehende, meist sonnenbeschienene Eichen. Vor allem Eichen an Waldrändern, in Parkanlagen, Eichenalleen, Ortsbegrünungen, Gärten, auf Schulhöfen, Sportplätzen, nahe Schwimmbädern usw., eigentlich immer da, wo sich Menschen oft aufhalten. Lichtquellen (z. B. Straßenlaternen, Hofbeleuchtungen, Flutlichter, Werbelichter und beleuchtete Fenster) ziehen die Falter an. Im dunkleren Eichenwald tritt seltener Befall auf. Gleich nach der Begattung im Hochzeitflug legt das Weibchen im Spätsommer ca. 30-300 Eier von ca. 1mm Größe in den Eichen-Baumkronen ab. Das Eigelege wird geschützt mit einem schuppen- bis wabenähnlichen, braun-grauem Drüsensekret gut getarnt. So überwintern die EPS-Eier auch kältegeschützt.

Absperrung einer EPS-befallenen Eiche

Junges Eichenlaub

EPS-Fraß an Eichenblättern

Im April bis Mai beim Austreiben der jungen Eichenblätter schlüpfen die Eichenprozessionsspinnerraupen aus den Eiern. Die Jungraupen der Prozessionsspinner besitzen zunächst eine braun-gelbe Färbung, die sich mit zunehmender Zeit in grau-schwarz umwandelt. Ausgewachsene Raupen werden bis zu 5 cm lang. Die Raupen verpuppen sich dann über 6 Larvenstadien in einem Zeitraum von insgesamt 9-12 Wochen.

EPS-Raupen beginnen sich einzuspinnen

Eichenprozessionsspinner mit Gespinnst

EPS-Raupen

Raupen des Eichenprozessionsspinners

Eichenprozessionsspinner

giftiger Brennhaare des Eichenprozessionsspinners

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners besitzen im 1. und 2. Larvenstadium noch keine giftigen Brennhaare, denn diese werden erst in der 3. Entwicklungsphase angelegt. Jetzt weisen die Raupen zweierlei Arten von Haaren auf: längere, in Bündeln aus den Warzen abstehende Raupenhaare ohne giftige Wirkung und 0,1 bis 0,2 mm kurzen Brennhaare auf den achtgliedrigen Hinterleibssegmenten. Werden die Raupen bedroht, wölben sie sich auf und die dünnen Gifthaare werden abgesondert. Voll entwickelte Eichenprozessionsspinnerraupen sollen mehrere hunderttausend giftiger Brennhaare besitzen.

Eichenprozessionsspinner-Raupen

EPS Gespinnsnest

Ab Juni bauen Eichenprozessionsspinner-Raupen ihre typischen Gespinstnester an Astgabelungen und direkt an den Eichenstämmen. Die Nester dienen den Eichenprozessionsspinnerraupen schutzartig zur Häutung. Mit abgesondertem Kot und abgestülpten Larvenhäuten könne die Raupennester bis zu 1,0-1,5 Meter groß werden, oft aber Handteller groß.
Aus den Gespinstnestern wandern die Prozessionsspinner in der Dunkelheit geschützt in mehreren Reihen (meist ca. 10-40 Raupen) von mehreren Metern Gesamtlänge kolonnenartig (prozessionsartig) in die Baumkrone zur Nahrungsaufnahme und kehren im Morgengrauen in ihre Nester zurück. Die Nahrung der monophagen Raupen besteht ausschließlich aus Blättern von europäischen Eichenarten (Quercus spec.). Die Raupen fressen die austreibenden Blätter wobei oft die Mittelrippen zurückbleiben.

Wanderung der EPS-Raupen

Prozessionsspinner auf dem Weg zur Baumkrone

Prozessionsmarsch der EPS-Raupen

Eichenprozessionsspinner-Raupen beim Wandern

Verpuppung: Immer Ende Juni / Anfang Juli beginnt die Verpuppung der Eichenprozessionsspinnerraupen. Dies findet in den Gespinstnestern statt. Die Verpuppung dauert ca. 1 Monat. Die ovalen, rotbraunen Kokons sind dicht nebeneinander gelegt. Die Gifthaare werden während des Verpuppungsprozesses abgestoßen, sie werden aber in die Kokons teilweise mit eingewoben.

Verpuppung der Eichenprozessionsspinnerraupen

Gespinstnest

Verpuppungsprozess der Eichenprozessionsspinnerraupen

Die Gifthaare werden während des Verpuppungsprozesses abgestoßen

Nester der Eichenprozessionsspinner

Altes Nest der Eichenprozessionsspinner noch Jahre-lang allergen und somit gefährlich

Die Nester der Eichenprozessionsspinner sind als strukturierte Gebilde durch enthaltenen Kot, Kotrückständen, abgestreiften Häutungshüllen, Gifthaar-Knäuel und Spinnfäden-Relikten mit Gifthaaren noch Jahre-lang allergen und somit gefährlich. Sie können aufgewirbelt werden und in die Atemluft kommen.

Brennhaare unter dem Mikroskop

BRENNHAARE / Giftige Raupenhaare:

Raupen-Dermatitis und Allergien durch den Eichenprozessionsspinner:

Die Raupenhaare des Eichenprozessionsspinners stellen eine akute gesundheitliche Gefährdung für den Menschen dar. Ab dem 3. Larvenstadium wachsen den EPS-Raupen sehr feine Brennhaare, die leicht abbrechen und bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen werden. Da die alten abgestreiften Larvenhäute nach der Häutung in den "EPS-Nestern“ verbleiben, sind darin hohe Konzentrationen an Brennhaaren zu finden.

Ab Mitte August schlüpfen die Eichenprozessionsspinner-Falter. In den Monaten August bis September fliegen sie dann umher. Sie sind nachtaktiv, unscheinbar und gut getarnte braun-graue Schmetterlinge (Falter). Die Tarnfarbe der dominanten vorderen Flügel ist grau bis grau-braun mit quergestreifter Zeichnung.

Hinweis: siehe: https://www.berlin.de/senuvk/pflanzenschutz/eps/de/lebensweise.shtml#bsp2013

Eichenprozessionsspinner-Falter

gut getarnte EPS-Falter

männlicher Prozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner-Falter

Beim männlichen Prozessionsspinner sind die hinteren Flügel weiß mit grauem Querstreifen sowie mit einem dunklen Fleck versehen, beim Falter-Weibchen eher braungrau. Die Spannweite der Flügel liegt bei ca. 2,3 bis 3,5 cm.